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Asthma: Inhalieren Sie wirklich richtig?

Asthmaanfälle gehören zu den bedrohlichsten Krankheitserlebnissen, die man haben kann. Denn „das Keuchen“, wie der aus dem Griechischen stammende Fachbegriff am besten ins Deutsche übertragen werden kann, begleitet eine Atemnot, die nicht selten ein beklemmendes Gefühl der Lebensbedrohung auslöst. Wer also an Asthma leidet, ist begreiflicher Weise sehr darum bemüht, sich die gefürchteten Anfälle der gefährlichen Atemlosigkeit tunlichst vom Hals zu halten. Dazu gibt es zum Glück gut wirksame Medikamente, die in aller Regel über die Methode der Inhalation ihren heilsamen und entlastenden Weg direkt in die verengten, gepeinigten und krampfbereiten Atemwege finden. Das kann allerdings nur dann wirklich funktionieren, wenn die Patienten ihren Inhalator vorschriftsmäßig und korrekt zu gebrauchen wissen. Leider gibt es exakt an dieser Stelle bedauerliche Lücken im Patientenwissen, auf die die Apothekerkammer Niedersachsen jüngst mit Besorgnis hingewiesen hat. Doch was machen fast alle Asthmatiker beim Inhalieren falsch? Und was können die fatalen Folgen dieser fehlerhaften Handhabung der Inhalationsgeräte sein?

Aktuelle Zahlen

Derzeit leiden in Deutschland schätzungsweise knapp 3,5 Millionen erwachsene Menschen an Asthma. Die meisten dieser Patienten könnten ohne regelmäßig verwendete Medikamente kein lebenswertes Leben mehr führen, oder wären gar vom Erstickungstod bedroht. Darum ist die sachgemäße Medikamentenapplikation das A und O im alltäglichen Lebensvollzug des Asthmatikers. Dem steht das erstaunliche Faktum gegenüber, dass stolze 75 Prozent der Patienten bei der Inhalation gravierende Fehler machen. Diese Fehler können sich sowohl auf die Medikamentenwirksamkeit als auch auf die Gesundheit des an Asthma Leidenden fatal auswirken. Dazu kommt erschwerend, dass sich der durch unsachgemäßen Gebrauch ebenso enorm wie unnötig erhöhte Bedarf an teuren Asthmamedikamenten mit drückendem finanziellem Übergewicht auf das ohnehin fast schon kollabierende Gesundheitssystem legt. Deshalb ist es aus verschiedensten Gründen höchste Zeit, in Sachen Inhalation von Asthmamedikamenten Flächen deckende Aufklärungsarbeit zu leisten.

Asthma

Asthma ©iStockphoto/spflaum1

Welche Fehler werden denn gemacht?

Erstaunliche 75 Prozent aller erwachsenen deutschen Asthmatiker denken nicht daran, dass sie beim Inhalieren grundsätzlich den Kopf nach hinten neigen müssen. Denn nur in dieser Position hat das Inhalat die Möglichkeit, in höchstmöglicher Konzentration in die Atemwege vorzudringen. Was im Erste-Hilfe-Kurs zum Thema Mund-zu-Mund-Beatmung ganz selbstverständlich gelernt wird, nämlich das sanfte Überstrecken des Kopfes in den Nacken vor dem Einblasen der Luft, gilt aus dem selben physiologischen Grund auch beim Inhalieren.

Ein weiterer schwerer Fehler ist es, dem Inhalat durch ein allzu rasches wieder Ausatmen keine Chance zum Einwirken zu lassen. Das Medikament muss so lange und so tief wie nur möglich in der Lunge verbleiben, damit es wirklich helfen kann. Also: So kräftig man kann, ausatmen, dann aus dem Inhalator einen tiefen Zug nehmen, der bis in die letzte Bronchienspitze vordringen darf. Und dann, so lange wie es geht, die Luft anhalten, um schließlich mit geschlossenem Mund durch die Nase auszuatmen.

Natürlich kann auch der Inhalator selbst zur Gesundheitsgefahr werden. Nämlich dann, wenn das Mundstück nicht penibel sauber gehalten wird. Da können angetrocknete Speichelreste auch schon mal die Entstehung von lästigem Mundpilz begünstigen.

Fazit

Korrektes Inhalieren verbessert die Wirksamkeit der Asthmamedikamente nachhaltig, sorgt auf diesem Wege für ein deutlich entspannteres „Leben mit Asthma“, und schont obendrein die belasteten Budgets des Gesundheitswesens.

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