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ETFs als Altersvorsorge – Vergleich mit anderen Produkten

Wie bereits erwähnt, steckt die Anlage in ETFs im Privatkundenbereich in Deutschland und im gesamten europäischen Raum noch in den „Kinderschuhen“. Wenn man sich allerdings einmal die Zeit nimmt, die ETFs mit anderen Finanzprodukten zu vergleichen, wird man feststellen, dass diese einige Vorteile bieten.
Vom Grundsatz her eignen sich die ETFs sowohl für die kurzfristige, als auch für langfristige Geldanlagen, wobei die Stärken des Produktes sich erst richtig bei einem längerfristigen Anlagehorizont zeigen.

Ein möglicher Verwendungszweck für die ETFs ist der Einsatz als private Altersvorsorge im Rahmen eines Sparplans. In diesem Bereich kann man die ETFs am ehesten mit klassischen Investmentfonds vergleichen. Als direkte „Konkurrenz“ in diesem Bereich der langfristigen Geldanlage als Altersvorsorge sind hauptsächlich die Produkte Banksparplan, Kapitallebensversicherung, private Rentenversicherung, Bausparvertrag als Vorstufe des Immobilienbesitzes und der Investmentfondssparplan zu nennen.

Um die ETFs mit diesen Anlagen vergleichen zu können, kommt es natürlich auch darauf an, in welche Art von ETFs man investiert. Als Beispiel dient hier die Anlage in einem ETF, welcher den DAX als Basisindex hat.

Einer der wichtigsten Vergleichspunkte zwischen verschiedenen Anlageformen ist die Rendite der Geldanlage. Hier kann man aus der Vergangenheit her erkennen, dass die ETFs im Vergleich zu allen weiteren genannten Anlagen die mit Abstand höchste Rendite gehabt hätten. Der DAX hat seit Auferlegung ca. 500 Prozent an Wert gewonnen, was einer Jahresrendite von 8,38 Prozent entspricht. Banksparpläne, Bausparverträge, Lebensversicherungen und Rentenversicherungen kommen nicht über eine durchschnittliche Rendite von 5-7 Prozent im Jahr hinaus. Auch die Rendite von Investmentfonds ist in der Regel geringer Ein zweiter wichtiger Vergleichspunkt ist die Sicherheit des jeweiligen Produktes. Hier muss man sicherlich zwischen Theorie und Praxis unterscheiden. In der Theorie sind der Banksparplan, der Bausparvertrag, die Kapitallebensversicherung und die private Rentenversicherung sicherlich zu nahezu einhundert Prozent sicher. Die Kapitalrückzahlung und Mindestrendite ist garantiert, und selbst im Falle einer Insolvenz des Unternehmens greifen verschiedene Sicherungsmechanismen, wie beispielsweise die Einlagensicherungsfonds der Banken und Stützen des Staates.

Altersvorsorge mit ETFs

Altersvorsorge mit ETFs ©iStockphoto/Ken Drysdale

Theoretisch ist die Anlage in klassische Investmentfonds und auch in die ETFs nicht so sicher, in der Praxis sieht das allerdings anders aus. Auch hier kann man eindeutig festhalten, wenn man wiederum das Beispiel der DAX-orientierten Fonds nimmt, dass man in der Vergangenheit ab einer Anlagedauer von mindestens acht Jahren noch nie einen Verlust erleiden musste. Zudem kommt noch hinzu, dass diese Art der Anlage nie von der Gefahr der Insolvenz des Emittenten bedroht ist, da das Kapital der Anleger als Sondervermögen aus der Konkursmasse heraus fällt.

Ferner muss man die Geldanlagen auch hinsichtlich ihrer Flexibilität und Verfügbarkeit bewerten. Hier bekommt die Anlage in ETFs zusammen mit den klassischen Investmentfonds einen großen Pluspunkt. Während der Banksparplan, die Kapitallebensversicherung und die private Rentenversicherung sehr unflexibel sind, da die Höhe der Beiträge zumeist nicht änderbar ist und auch eine vorzeitige Verfügung nur unter Renditeverlusten möglich ist, sieht das bei den Investmentfonds und den Indexfonds ganz anders aus. Der Kunde kann hier im Rahmen des getätigten Sparplans jederzeit die vorhandenen Fonds, seien es klassische Investmentfonds oder auch ETFs wieder verkaufen, und zumeist auch Fonds durch andere ersetzen, also tauschen. Eine Erhöhung oder Senkung des Sparbeitrages ist ebenfalls jederzeit möglich.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die langfristige Anlage in ETFs im Grunde nur Vorteile gegenüber fast allen anderen Produkten in diesem Bereich aufweist. Wenn man dennoch einen Nachteil nennen möchte, dann ist es die Tatsache, dass es für die Anlage in ETFs als Altersvorsorge (noch) keine staatliche Förderung im Rahmen der Riester-Rente gibt. Da inzwischen allerdings auch Aktienfonds auf den Markt kommen, die riesterfähig sind, ist das vielleicht in absehbarer Zeit auch für den Bereich der ETFs möglich.

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