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Klimawandel: Allergiesaison beginnt immer früher

Der lange Winter ist vorbei. Endlich so richtig tief durchatmen und die milde Frühlingsluft genießen. Doch jeder fünfte Mitteleuropäer ist mit dem tief durchatmen eher vorsichtig, da er wie jedes Jahr im Frühling auf den Pollenflug allergisch reagiert. Als wäre das nicht schlimm genug, kommt jetzt auch noch die Tatsache hinzu, dass durch den Klimawandel beziehungsweise durch die Erderwärmung die Pollensaison immer früher beginnt. Keine gute Nachricht für alle Betroffenen!

Veränderter Pollenflug

Klimaforscher haben durch jahrelange Beobachtungen festgestellt, dass der Pollenflug immer früher beginnt. Erle und Haselsträucher blühten früher immer erst im Februar. Nun kann man immer öfter beobachten, dass schon im Dezember die erste Pollenbelastung stattfindet. Insbesondere dann, wenn es im Dezember Temperaturen im 2-stelligen Bereich gibt. Ähnliches kann man auch bei Birke, Ahorn oder Weide beobachten. Vor allem die Belastung durch Birkenpollen stieg regional auf das doppelte an. Ein weiteres Problem ist, dass sich das sogenannte „Pollenspektrum“ verändert hat. Durch den Klimawandel und die vermehrte Reisetätigkeit (wenn Pollen durch Wind über große Strecken transportiert werden) nisten sich in unseren Breiten Pflanzen ein, die es hier nie gab, wie beispielsweise die Zeder oder die Olive. So fanden sogar gewisse Pflanzen, die eigentlich nur in Nordamerika zu finden waren, ihren Weg nach Europa. Ein Beispiel dafür wäre die Ambrosia, deren Pollen ein besonders hohes allergenes Risiko aufweisen. Ein weiteres Problem für Allergiker ist die ständig wachsende Luftverschmutzung. In entsprechenden Studien wurde beispielsweise belegt, dass Kohlenstoffdioxid die Produktion von Pollen deutlich erhöht. So fand man heraus, dass sich unter doppeltem CO2-Gehalt die Pollenanzahl der vorhin erwähnten Ambrosia um ganze 60 % erhöht!

Allergiesaison beginnt immer früher

Allergiesaison beginnt immer früher ©iStockphoto/Alexandru Razvan Cofaru

Hilfe für Allergiker

Für Betroffene bedeuten diese Veränderungen, dass es aufs Jahr gesehen kaum noch Erholungsphasen für den Körper gibt und die Belastungen ständig anwachsen werden. Dass der Pollenflug früher beginnt, bedeutet leider nicht, dass er wieder früher aufhört. Der beste Schutz vor Pollen wäre natürlich, das Haus in der Zeit der größten Belastung erst gar nicht zu verlassen. Doch wer kann sich das schon leisten? Fachleute bekräftigen somit den Appell, bereits bei ersten Anzeichen möglichst rasch ärztliche Hilfe aufzusuchen. Leider suchen rund zwei Drittel der Betroffenen erst dann Hilfe, wenn die Beschwerden bereits unerträglich werden. Ein „harmloser“ Heuschnupfen wird oftmals unterschätzt, was häufig zu einer Verschlechterung des Krankheitsbilds führt. Sogar chronisches Asthma kann das Resultat sein, wenn man es versäumt, sich rechtzeitig behandeln zu lassen. Neben der ärztlichen Hilfe, die man unbedingt in Anspruch nehmen sollte, kann man sich selbst auch noch schützen, indem man sich über die aktuelle Pollenflugsituation regelmäßig informiert, denn die Belastung durch Pollen ist wetterabhängig. Erhöhte Temperaturen, Wind oder Trockenheit begünstigen die Pollenbelastung.

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