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Matcha Tee

Heute wird Tee tonnenweise hergestellt, aber auch so sorgfältig und aufmerksam behandelt wie guter Wein. Tee ist nach Wasser das beliebteste Getränk der Menschen. Der Durst der Welt nach ihm hat Reiche entstehen, zugrunde gehen und neue Landschaften entstehen lassen. Er ist ein Getränk mit langer Vergangenheit und aussichtsreicher Zukunft. Tee ist ein zartes Blatt, das sowohl anzuregen als auch zu beruhigen vermag.

Eine der unzähligen Teevarianten ist Grüntee. Im Gegensatz zum schwarzen Tee werden die zarten Teeblätter nicht oxidiert. Fein zermahlene, sorgfältig pulverisierte Teeblätter bester Qualität werden als Matcha bezeichnet. Er wird als König des Grüntees bezeichnet – und das zurecht.

Die Zubereitungsart des Matcha stammt aus dem China des 6. Jahrhunderts und wurde im alten chinesischen Teeritual verwendet. Matcha erreichte Japan durch Pilger vor 900 Jahren. Hier fand er Eintritt in die traditionellen Teezeremonien, während er in China an Bedeutung verlor.

Matcha Tee

Matcha Tee @iStockphoto/ben phillips

Neben den Vitaminen A, B, C und E ist Matcha besonders reich an sogenannten Antioxidantien und beugt damit zahlreichen Krankheiten vor. Natürliche Antioxidantien sind zu finden in Goji Beeren, in Assai, im Granatapfel, in verschiedenen anderen natürlichen Produkten, aber im Matcha Tee sind sie extrem reichhaltig. Diese sehr hohe Konzentration ergibt sich aus der Qualität des Teeblatts und der Methode der Matcha Herstellung: Echter Matcha Tee wird nur in Japan angebaut, geerntet und getrocknet. Für circa 30 Gramm Matcha mahlt eine Steinmühle eine Stunde lang die getrockneten Teeblätter zu einem feinen Pulver.

Beim Genuss des Matcha isst man die Teeblätter eigentlich mit. Beim normalen Teegetränk dagegen, unabhängig davon, ob es ein loser oder ein Beuteltee ist, wird er mit heißem Wasser aufgegossen, die Lösung trinkt man und die Teeblätter wirft man weg. Dabei steht fest, dass sich beim herkömmlichen Tee ungefähr 10 Prozent der wertvollen Inhaltsstoffe lösen. Beim Matcha Tee bekommt man dadurch, dass der Tee gegessen wird, komplette 100 Prozent der Inhaltsstoffe. Aus der Sicht der Inhaltsstoffe entsprechen demnach eine Schale Matcha Tee oder beispielsweise ein Glas Matcha Latte 1,5 bis 2 Litern Grüntee. Matcha Tee bietet den beliebten Geschmack des Grüntees, allerdings mit wesentlich weniger herben, bitteren Nuancen. Matcha Tee ist ein besonders milder, aromatischer Genuss.

Für die Zubereitung traditionellen Matcha Tees benötigt man einen Bambusbesen (Cha-sen) zum Vermengen, eine Teeschale und natürlich das Matcha Tee Pulver. Frisches, hochwertiges Matcha verfügt über eine intensiv grüne Farbe. Es ist fein gemahlen, fast wie Kosmetikpuder. So bereitet man den Matcha Tee zu: Ungefähr 1 Gramm oder ½ Teelöffel Matcha Tee Pulver kommt in die Teeschale. Danach wird das Teepulver mit circa 100 Milliliter Wasser aufgegossen. Hierbei ist besonders wichtig, dass das Wasser nicht mehr kocht, sondern nur 80° C hat. Mit dem Bambusbesen wird der Tee nun schaumig geschlagen. Zuvor sollte man den kleinen Bambusbesen im heißen Wasser kurz anfeuchten, so brechen die Bambusborsten nicht. Nach dem Aufschlagen zu einem festen und hohen, cremigen Schaum ist der Matcha Tee fertig.

Traditionelle japanische Teezeremonien können mehrere Stunden andauern. Innerhalb der japanischen Teezeremonie heißt die starke Matcha Variante Koi-Cha, bei der viel Pulver und wenig Wasser verwendet werden. Die dünne Variation des Matcha heißt Usu-Cha.

Das grüne Wunderpulver kann man aber auch schnell zubereiten. Für den schnellen Genuss wird ein knapp halber Teelöffel Matcha in einen Teebecher gegeben. Mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser wird der Teebecher zu etwa einem Drittel aufgefüllt. Mit einem einfachen Milchschäumer kann der Tee schnell aufgeschlagen werden. Das Ergebnis nach einer Minute Aufschlagen ist ein Matcha Tee mit Riesenblasenschaum, während der Schaum des traditionell zubereitete Matcha von feiner, cremiger Konsistenz ist.

Teezeremonien unterliegen nur wenigen Regeln, wobei Gelassenheit und Zeit die wichtigsten Faktoren sind. Fixe und moderne Methoden der Matcha-Zubereitung erlauben den unkomplizierten Genuss des Geschmacks und der wertvollen Inhaltsstoffe. Dann ist Matcha ein junges, modernes und trendy Getränk, das sich zur Herstellung beliebter Frischgetränke, Smoothies oder auch kühlender Eistees hervorragend eignet: Dazu gibt man frische Milch und Matcha Tee Pulver in einen Shaker, um in 15 bis 20 Sekunden ein herrlich erfrischendes und urgesundes Getränk herzustellen.

Auch zur Veredelung der Teesorten Sencha, Kukicha und Genmaicha sowie für Matcha-Iri Sencha wird Matcha eingesetzt. Als aromatischen Stängel-Tee gibt es Matcha-Iri Kukicha. Mit geröstetem Mais (Genmai), Sencha und Matcha wird Matcha-Iri Genmaicha hergestellt. Nicht nur als Getränk gibt es Matcha, wobei die wertvollste Klasse des Tees als Heißgetränk verwendet wird. Nachgeordnete Qualitäten fungieren als Zutat beim Kochen, als Einsatz in Schokolade oder Eiscreme oder beim Backen von Torten und Kuchen. So ist das grüne Pulver der perfekte Begleiter durch den Tag, vor 800 Jahren genauso wie heute.

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