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Risiken bei einer Zahnimplantate-Operation

Auch wenn die Operation korrekt ausgeführt wird, bleibt doch immer ein Risiko. Das kann natürlich auch vorkommen, wenn Ihnen Zahnimplantate gesetzt werden. Das Risiko klein zu halten obliegt dem Zahnarzt, er muss Sie gut aufklären und auf alle Risiken aufmerksam machen. Aber die Voruntersuchung wird so gestaltet, dass zwar ein Rest-Risiko bleibt, aber Komplikationen weitgehend ausgeschlossen werden können. Trotzdem sollten Sie wissen, was alles auf Sie zukommen kann und wie Ihre Zahnbehandlung wirklich sicher ist. Bei einer Implantation unterscheidet man Risiken während der OP, kurz nach dem Eingriff und der Nachsorge.

Risiken während der Operation!

Es ist zwar sehr selten, aber Nervenstränge können hier verletzt werden. Der Unterkiefernerv oder der Zungennerv kann verletzt werden und das führt zu zeitweiliger Taubheit an den Lippen. Es kommt aber wirklich selten vor und meist liegt es dann der Unerfahrenheit Ihres Zahnarztes oder an einer unvollständigen und unseriösen Vorbehandlung. Auch Zahnverletzungen sind nicht ausgeschlossen, die benachbarten Zahnwurzeln werden hier beschädigt. Durch eine genaue Planung der Implantate wird aber ausgeschlossen, dass eine Abtötung der Zahnwurzel nötig wird. Geringe Blutungen sind normal, aber blutverdünnende Mittel sollten dem Zahnarzt unbedingt bekannt gegeben werden. Nur so kann er die Blutung stoppen oder die Mittel rechtzeitig absetzen. Natürlich immer in Absprache mit Ihrem behandeltem Arzt, für jeden Patienten gibt es eine Lösung. Wenn Ihre Implantate falsch positioniert wurden, liegt immer ein Planungsfehler zugrunde. Ein Arzt kann im Vorfeld beurteilen, ob die Implantate in den Kiefer eingebracht werden können oder ob andere Alternativen gesucht werden müssen.

Komplikationen direkt nach der Operation!

Wundschmerzen sind nicht ungewöhnlich, nachdem die Betäubung nachlässt, „spüren“ Sie praktisch die Wundheilung. Da natürlich jeder Patient anders schmerzempfindlich ist, empfiehlt sich ein einfaches Schmerzmittel, Ihre Beschwerden werden vorübergehend ausgeschaltet. Blutverdünner sollten während der Einheilungsphase nicht genommen werden, die Nachblutungsgefahr ist einfach zu hoch. Hat sich jedoch die Wunde entzündet, kann eine antibakterielle Spülung helfen. Keine Angst, die Symptome sind leicht in den Griff zu bekommen und die Behandlung kann zuhause durchgeführt werden. Verstärken sich aber die Symptome und bekommen Sie gar Fieber, sollte unbedingt schnellstens ein Arzt eingreifen. Es kann zu einer eitrigen Entzündung unterhalb der Schleimhaut gekommen sein, die mit Antibiotika behandelt werden muss. Weiterhin wird der Zahnarzt sämtlich Eitertaschen entleeren, damit die Entzündung schnell abheilen kann.

Nachblutungen sind eher selten, da das Implantat ja keine offene Wunde darstellt. Es wird in den Kieferknochen eingebracht und fest vernäht. In den ersten Tagen können leichte Vermischungen von Blut und Speichel auftreten, aber das ist völlig normal und eigentlich nicht der Rede wert. Blutverdünnende Medikamente sollten Sie absetzen, nur so können Sie Nachblutungen völlig ausschließen. Natürlich muss immer Ihr Arzt darüber informiert werden, es muss sichergestellt sein, dass ihr Gesundheitszustand nicht unter den Implantaten leidet. Natürlich können auch „blaue Flecken“ auftreten, das Bindegewebe ist nun mal bei jedem Patienten anders. Ältere Menschen werden dieses Phänomen eher feststellen als junge Leute, aber nach spätestens 14 Tagen sind die Hämatome wieder verschwunden. Sie tun nicht weh und Sie brauchen sich um die Hämatome eigentlich gar nicht zu kümmern. Schwellungen können immer auftreten, nach einer OP ist das völlig normal. Bei jedem Menschen ist die Empfindlichkeit jedoch anders, Schwellungen können stark oder weniger stark sein. Sie können nur Abhilfe schaffen, indem Sie die betroffene Stelle von außen gut kühlen, ein mit Eiswürfel gefüllter Waschlappen tut hier gute Dienste. Auch Schmerztabletten können Erleichterung bringen, die meisten Präparate wirken schwellungshemmend und antibakteriell. Normalerweise tun Schwellungen nicht weh, sollten sie also trotzdem Schmerzen verspüren, wird eine Infektion vorliegen, die vom Arzt behandelt werden muss. Wenn sich das Implantat während der Einheilphase lockert, ist umgehend der Zahnarzt aufzusuchen. Grund für die Lockerung kann eine fehlende Knochenmasse sein, was natürlich vor der Operation abgeklärt werden sollte. Aber der Knochenschwund kann auch mit dem Bohren des Implantatfachs zu tun haben, bei zu starker Hitze wird nämlich der Knochen abgebaut. Ihr Zahnarzt wird natürlich darauf besonderes Augenmerk legen, denn wenn eine Lockerung des Implantats festgestellt wurde, muss unter Umständen die ganze Arbeit wiederholt werden. Nun muss der Zahnarzt überlegen, ob er das Implantat wieder festigen kann oder ob es entfernt werden muss. Muss es jedoch herausgenommen werden, darf innerhalb der nächsten sieben Wochen kein neues Implantat in den Kiefer eingebracht werden.

Komplikationen während der Nachsorge!

Mit einem Implantatsverlust müssen Sie wahrscheinlich nicht rechnen, nur etwa 5% aller Patienten sind davon betroffen. Meist ist schlechte Mundhygiene daran schuld, die fehlende Hygiene sorgt für Entzündungen und Knochenabbau. Der Zahnarzt kann ebenfalls schuldig sein, durch die falsche Größe und Format des Implantats sind schon manche Operationen zum Misserfolg geworden. Der Arzt muss also immer die passenden Implantate verwenden, eine perfekte Planung sollte also zugrunde liegen.

Risiken bei einer Zahnimplantate-Operation

Risiken bei einer Zahnimplantate-Operation @iStockphoto/Larysa Dodz

Auch der Bruch eines Implantats gehört in die Raritäten-Kiste, er kommt wirklich selten vor. Trotzdem sollten Sie darüber informiert sein. Hier ist eine Überbelastung des Materials verantwortlich, gerade im Frontzahnbereich. Denn hier werden meist Implantate mit einem geringen Durchmesser verwendet, die trotzdem eine gute Stabilität bieten sollten. Die neuen Materialien sind gut, veraltete Formen, wie Blatt- oder Diskimplantate werden nicht mehr eingesetzt. In den ersten Tagen nach einer OP sind Schmerzen ganz normal. Sollten sie aber länger anhalten und nach einiger Zeit nicht abklingen, liegt wahrscheinlich eine Entzündung zugrunde. In diesem Fall müssen Sie sofort Ihren Zahnarzt aufsuchen, insbesondere dann, wenn sich am Zahnfleisch Rötungen und Schwellungen zeigen. Am Anfang werden Sie Entzündungen nicht feststellen, diese sind vollkommen schmerzfrei und machen sich erst später bemerkbar. Dieses Phänomen kennt der Zahnarzt, er wird mit Antibiotika das Problem schnell beheben können. Vorbeugen können Sie mit einer einwandfreien Mundhygiene, der „falsche“ Zahn sollte gründlich von Plaque und Verunreinigungen befreit werden.

Sie sollten auch später Röntgen-Aufnahmen von Ihrem Kiefer machen lassen, der Abbau des Knochens ist sonst nicht zu bemerken. Sie müssen also regelmäßig Ihr Zahnfleisch und den Kieferknochen prüfen lassen, Sie selbst werden sonst keine Veränderung feststellen. Aber Sie gehen sicher regelmäßig zum Zahnarzt und der weiß genau, welche Behandlung ansteht und wie Ihr künstliches Gebiss unterstützt werden muss. Wählen Sie eine Zahnarzt Ihres Vertrauens, er macht auch die Nachsorge und kennt sich mit Ihrem „Mund“ bestens aus. Heutzutage ist fast jeder Zahnarzt mit den Implantaten vertraut, extra eine Klinik aufzusuchen ist in den meisten Fällen nicht nötig.

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