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Shanghai

Die größte Stadt der boomenden Volksrepublik China ist Shanghai. Außerdem besitzt die Stadt den größten Hafen der Welt und bricht in vielerlei Hinsicht einige Größenrekorde. Aber nicht nur wegen seiner Größe ist die Stadt ein bedeutendes Ausflugs- und Urlaubsziel für Touristen, sondern wegen diversen Sehenswürdigkeiten und unter anderem auch wegen seiner interessanten und ereignisreichen Geschichte. Shanghai ist nämlich nicht nur eine sehr große Stadt, sondern auch eine sehr alte: bereits 4000 Jahre vor unsere Zeitrechnung gab es Besiedlungen in der Region, dies haben Archäologen des letzten Jahrhunderts schon früh erkannt.

Die besondere Lage von Shanghai haben eben auch schon die Menschen früherer Jahrtausende erkannt. Schriftliche Quellen über Shanghai gab es aber erst etwa 1000 Jahre nach Christus. Zu dieser Zeit wird Shanghai das erste Mal erwähnt, wobei es sich bei Shanghai zu dieser Zeit um ein kleines Dorf handelte. In den folgenden Jahrhunderten war das Schicksal Shanghais eng mit dem wirtschaftlichen Aufstieg dieser Gegend verbunden. Das so genannte Jangtse-Delta, in dem auch Shanghai lag konnte sich zu einer wirtschaftlichen Macht ausdehnen. So wird Shanghai in diesem Zusammenhang vor allem wieder im 13. Jahrhundert erwähnt, denn in dieser Zeit wurden drei weitere Dörfer mit Shanghai zusammengelegt, die Stadt erhielt ein Steuerbüro und durch den dortigen Hafen wurde die Stadt zu einem wichtigen Handelsplatz. Von Shanghai wurden bereits damals Baumwolle und andere Artikel Richtung Peking, nach Japan und an alle möglichen anderen Orte verschifft. Mit den Jahrhunderten verstärkte sich dann auch der Handel mit dem Ausland und die Händler und Kaufleute Shanghais stiegen zu den Führern des Landes auf.

Die perfekte Lage Shanghais fiel natürlich auch den ausländischen Händlern auf, weshalb es nicht wundert, dass die Engländer nach dem Opiumkrieg in den 1840er Jahren unter dem Vertrag von Nanking in Shanghai einzogen. Ihnen folgten die Franzosen, die wie die Briten ausländische Konzessionen errichteten. Etwa 20 Jahre später folgten die Amerikaner und Japaner diesem Beispiel. Dies hatte für die Stadt zur Folge, dass die Ausländer in ihren Konzessionen eine eigene Gerichtsbarkeit und sogar eigene Polizeikräfte einführten.

Wirtschaftlich wuchs Shanghai ständig, doch durch die ausländischen Konzessionen und verschiedene andere Probleme wie die große Armut der einfachen Bewohner Shanghais, gab es in Shanghai um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine perfekt organisierte Unterwelt.

Trotzdem wuchs Shanghai bis zum Ende der 1920er Jahre zu einer echten Weltstadt heran. Auch immer mehr bedeutende Köpfe wie zum Beispiel Dr. Sun Yatsen wirkten in Shanghai und auch der Kommunismus hat mit Chen Duxiu seine Wurzeln in dieser Stadt. Die Politisierung der Bevölkerung war in Shanghai bereits in den 1920er Jahren weit voran geschritten, wobei die Chinesen vor allem ein Nationalbewusstsein durch den ersten Weltkrieg entwickelten. Die Hoffnungen, die mit dem Ende des Ersten Weltkriegs verbunden wurden, wurden aber enttäuscht, denn der Versailler Vertrag sorgte dafür, dass die deutschen Besitztümer des Landes an Japan zurück fielen, was außerdem nachhaltig das Verhältnis zu Japan störte. Zu denken ist hier beispielsweise an den japanisch-chinesischen Krieg in den 1930er Jahren.

Kurzfristig führte diese Entscheidung aber zunächst zur „Bewegung des 4. Mai“ unter Chen Duxiu und zur Gründung der Kommunistischen Partei Chinas. 1927 kam es dann zur Endgültigen Revolte, wobei die Nationalarmee unter der Führung Chiang Kai-sheks die Stadt eroberte.

Für Shanghai kam es dann vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg zu Veränderungen als die Kommunisten unter Mao in Shanghai einmarschierten. Mao und seine Anhänger wollten die Stadt radikal umzugestalten. Elendsviertel wurden zum Beispiel niedergerissen und durch Wohnblöcke ersetzt und vor allem ausländisches Kapital wurde heftig besteuert. Westliche Einflüsse sollten minimiert werden und dies gelang dann auch in den folgenden fast 40 Jahren.

Erst in den 1980er Jahren beschloss die Regierung Chinas Shanghai wieder Richtung Westen zu öffnen, was zu Investitionen und zu einer erhöhten Industrieproduktion führte, was bis heute anhält.

Shanghai

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Weitere Infos zu Shanghai finden Sie auch hier: Shanghai Infos

Shanghai Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten gibt es in Shanghai unzählige. Allerdings müssen sich Europäer meist erst ein wenig an die chinesische Mentalität im Allgemeinen und an die Eigenarten und den besonderen Charme Shanghais im Besonderen gewöhnen. Diesen besonderen Charme versprühen vor allem die Gebäude und Bauwerke der Stadt, die eine Mischung aus Altem und Neuem sind.

Ein besonders beeindruckendes Bauwerk ist zum Beispiel die fast sieben-stöckige „Long-Hua-Pagode“, die bereits aus der Zeit der Song-Dynastie stammt, das bedeutet aus der Zeit um 1000 nach Christus. Ebenso können das Long-Hua-Kloster und die davor stehende Buddha-Statue zum kulturellen Erbe Shanghais gezählt werden, das jeder Besucher sehen sollte.
Mit dem Buddhismus haben einige Sehenswürdigkeiten Shanghais zu tun, so zum Beispiel auch der berühmte Jadebuddha-Tempel. Alle dort befindlichen Buddha-Statuen wurden aus ganzen Blöcken Jade geschnitzt. Nachdem der Tempel lange Zeit geschlossen war, werden dort heute wieder Mönche ausgebildet. Daneben gibt es noch viele andere Tempel, die teilweise auf eine lange Geschichte zurückblicken können.
Etwas jünger ist da schon der so genannte waterbund, der umgangssprachlich Bund genannt wird. Dabei handelt es sich um einen ursprünglich von den Holländern errichteten Deich, der vor einem Fluss schützen sollte. In jedem Fall findet man dort eine sehr schöne Uferpromenade, die zum flanieren einlädt. Entlang der Uferpromenade sind einige Gebäude zu finden, die im europäischen Stil Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Außerdem findet man dort das ehemalige Zentralgebäude des chinesischen Zolls, das über einen beeindruckenden Turm verfügt.

Die eigentliche Altstadt Shanghais ist geprägt von engen Gassen und Holzhäusern, die eher mickrig wirken im Vergleich zu den Hochhäusern, die Shanghai ebenfalls zu bieten hat. Die meisten Hochhäuser befinden sich im Bezirk Pudong. Hier findet man den Jinmao-Tower sowie den Oriental Pearl Tower. Für 2007 ist die Fertigstellung und Einweihung des Shanghai Financial Centers geplant.

Mitten im Shanghaier Zentrum ist täglich ein Basar und der Yu Yan zu finden. Dabei handelt es sich um den weltbekannten Yu-Garten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die gesamte Anlage ist riesengroß und zu ihr gehören verschiedene Hallen, Pavillons und sogar Seen. Die Altstadt aber dient schon heute nur noch als Touristenattraktion, ansonsten wird der Bau von Hochhäusern ständig vorangetrieben.
Demgegenüber steht wiederum die Vorliebe der Bewohner Shanghais für ihre Parks und Gärten, in denen zum Beispiel morgens Taijiquan geübt wird.

Wer sich längere Zeit in Shanghai aufhält, sollte auf jeden Fall einen Theaterbesuch einplanen: Am Platz des Volkes wurde Anfang der 1990er Jahre von den neuen Stadtvätern Shanghais ein großes Opernhaus aufgestellt. Das Gebäude an sich ist durch seine extremen Ausmaße bereits eine Sehenswürdigkeit und Premieren feiern hier regelmäßig hervorragende Aufführungen. Bei der Konzeption des Theaters haben die Erbauer vor allem darauf geachtet, dass das Theater auch westlichen Standards entspricht, so dass auch solche Aufführungen dort stattfinden konnten. Dies ist ein eindeutiges Zeichen für die westliche Öffnung der Stadt und des Landes seit den 1980er und 1990er Jahren.

Neben diesem Theaterhaus stellt das Shanghai Centre ebenfalls ein Theater zur Verfügung. Hier können ebenfalls die unterschiedlichsten Kunstformen aufgeführt werden wie zum Beispiel Konzerte, Ballett oder Opern. Hier empfiehlt sich aber vor allem ein Besuch der Akrobatik Shows, denn diese sind eine Spezialität der Künstler Shanghais. Diese Shows erinnern teilweise an Zirkusaufführungen, da zum Beispiel auch Tiere in den Shows auftreten. Das dritte große Theater in Shanghai ist das Lan Xin Theater, das bereits aus der Kaiserzeit stammt. Hier werden hauptsächlich westliche und chinesische Opern aufgeführt.
Neben einem Theaterbesuch empfehlen sich in Shanghai natürlich die diversen Museen.

Die meisten dieser Museen sind absolut sehenswert, hervorzuheben sind allerdings das „Museum für Kunst und Geschichte“, das eine unglaubliche Sammlung an chinesischer Kunst zeigt. Außerdem gibt es in Shanghai natürlich auch ein „Naturwissenschaftliches Museum“, mit sehenswerten zoologischen Exponaten. Das „Shanghai-Museum“ ist eine besonders wichtige kulturelle Einrichtung in Shanghai, denn hier befinden sich allein zehn Galerien, die alles zeigen was die chinesische Kunst zu bieten hat.

Shanghai – Essen und Trinken

Wer als Europäer nach Asien reist, hat meist zunächst einmal mit einem Kulturschock zu kämpfen. Dies hat unter anderem auch mit dem oft sehr fremd anmutenden Essen zu tun. Dies gilt natürlich auch für Essen und Trinken in Shanghai. Die ursprüngliche Küche Sanghais hat heute aber größtenteils sehr gut bekömmlichen und leckeren Speisen Platz gemacht. Vor allem frischer Fisch und Meerestiere sind für die Köche in Shanghai wichtig, was die Nähe zum Meer nahe legt. Dabei werden der Fisch und die Schalen- und Krustentiere hauptsächlich in der traditionellen chinesischen Garmethode zubereitet. Diese Garmethode ist das Rotkochen. Hierbei wird der Fisch in einer dunklen Soja-Sauce und Reiswein eingelegt. Des Weiteren wird diese Mischung dann aufgekocht und als Fond verwendet, in dem dann der Fisch aber natürlich auch Fleisch gegart wird. Diese Zubereitungsweise kann mehrere Stunden dauern, sorgt aber für einen einmaligen Geschmack.

Egal ob Fisch oder Fleisch: als Beilage wird nahezu immer Reis gereicht, das absolute Grund- und Hauptnahrungsmittel in China. Eine ganz besondere Spezialität der Küche Shanghais sind die so genannten „Shanghai Crabs“. Dabei handelt es sich um knusprig gebackene Garnelen, die es sowohl in den Restaurants Shanghais gibt, als auch bei den vielen Straßenverkäufern. Ein anderes Beispiel ist „Quilin Ganshao Niu“ ein Rindfleischgericht, das speziell gewürzt wird und daher einen ganz eigenen Geschmack hat. Ebenfalls zu empfehlen ist der geröstete Mandarinfisch. Diese Gerichte sind besonders bei westlichen Touristen beliebt, während andere Spezialitäten Shanghais etwas schwieriger sind: So zum Beispiel Aal in Öl, bei dem manch eine Europäer Verdauungsprobleme bekommt. Oder die „Tausendjährige Eier“, die für viele auf den ersten Blick mit ihrer schwarzen Farbe keinen appetitlichen Endruck machen. Dabei handelt es sich natürlich nicht um Hühnereier, sondern um Föhrenblüteneier.

Daneben gibt es noch die für Shanghai spezielle „Acht-Juwelen-Chilipaste“, die nichts für empfindliche Geschmäcker ist. Diese passt sehr gut zu Krabben mit Seegurken. Ebenfalls etwas Besonderes sind die Shanghai-Ravioli, die mit Schweinefleisch gefüllt und dann gegrillt werden. Dadurch hat man sowohl den Genuss einer weichen Füllung mit einem knusprigen Äußeren.
Karpfenschwänze, die so genannten „Qingyu Shuaishui“ sind ebenfalls sehr lecker, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig.

Auch Vegetarier kommen in Shanghai auf ihre Kosten, so steht für sie zum Beispiel das berühmte Caotou-Gemüse „Shengbian Caotou“ bereit. Eine Alternative hierzu ist „Songren Yumi“. Hierbei handelt es sich um Kiefernkerne mit Maiskolben. Für Leckermäulchen gibt es „Gedan Yuanzi“, das sind Reisklöße mit süßer Füllung und „Canglnagting Sijigao“, das ist Reismehlgebäck. Weitere Alternativen sind die Bootskuchen Shanghais, die „Lübolang Chuandian“ heißen.

Es empfiehlt sich für Unkundige der chinesischen Küche, die jeweiligen Küchenchefs und Bedienungen in den Restaurants nach ihren Empfehlungen zu fragen, denn auch das kulinarische Shanghai ändert sich ständig. Die Restaurant-Szene in Shanghai ist riesig und kaum überschaubar. Täglich eröffnen neue Restaurants, während andere wieder schließen.

In den letzten Jahren kann man aber erkennen, dass vermehrt hochwertige und vornehme Restaurants eröffnen. Dies hat natürlich mit der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt zu tun, die immer neue Geschäftsleute in die Stadt lockt. Zudem ist eine gewisse „Verwestlichung“ zu erkennen, denn vermehrt eröffnen französische Restaurants und auch die indische und koreanische Küche hält Einzug in Shanghai. Daher muss sich auch niemand Sorgen zu machen, wenn es um die Verköstigung in Shanghai geht.

Aber auch die traditionelle chinesische Hausmannskost wird gerade mit dem zunehmenden Tourismus wieder wichtig. Traditionelle chinesische Gerichte, sowie auch kantonesische Küche und Spezialitäten aus Shanghai werden in anspruchsvollem Ambiente serviert und dies ist natürlich bei Touristen besonders gefragt.

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