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Thai-Massage

Schmerzen, innere Ruhelosigkeit oder eine fehlende Kreativität – körperliche und geistige Schwächen besitzen meist ursächliche Blockaden im Organismus, die gelöst werden müssen. Das mag zunächst nicht immer angenehm sein, ermöglicht aber eine ganzheitliche Linderung der Leiden. Diese Aufgabe erfüllt nach klassischem Muster die Thai-Massage, die auch hierzulande in immer mehr Praxen angeboten wird.

Die Thai-Massage

Es lassen sich gegenwärtig viele Behandlungsformen finden, die den Körper oder den Geist heilen. Nur wenige von ihnen verbinden aber beide Aspekte. Das wiederum ist der Vorteil der Thai-Massage. Diese traditionelle Maßnahme, die im asiatischen Raum ihren Ursprung besitzt und dort als Nuad bezeichnet wird, soll eine ganzheitliche Besserung von Schmerzen, innerer Unruhe oder einer reduzierten Energie herbeiführen. Dafür ist es mitunter notwendig, die Gliedmaßen zu dehnen. In anderen Fällen können klassische Massagegriffe eingesetzt werden. Darüber hinaus kommen vielfältige Techniken zum Einsatz, die sich seit Jahrtausenden bewährt haben und deren Wirkung auch heute noch zum Erfolg führt. Die Thai-Massage bietet sich daher für alle Personen an, deren körperliche und mentale Leiden bislang nicht behoben werden konnten und die nach zumeist endlosen Therapien nun einen neuen Weg einschlagen wollen. Rein zur Entspannung für den Moment eignet sich die Nuad dagegen nicht unbedingt, verlangt sie dem Klienten doch einiges ab.

Hintergründe und Historisches

Trotz des Namens, der auf eine thailändische Herkunft schließen lässt, wurde die Thai-Massage erstmals in Indien angewandt. Das soll bereits vor mehr als 2.500 Jahren geschehen sein. Der Mediziner Jīvaka Komārabhacca folgte für die Massage den Lehren des Yoga, indem er die Energielinien und die Reflexpunkte des Körpers in die therapeutische Behandlung einfließen ließ. Allerdings erlebte jener Arzt den Erfolg seiner Entwicklung nicht mehr mit. Diese breitete sich erst langsam bis über die Landesgrenzen Indiens hinweg aus. Es dauerte Jahrhunderte, ehe buddhistische Mönche die Grundlagen der Heilung mündlich überlieferten und sie somit auch der normalen Bevölkerung angedeihen ließen. In Europa dagegen entwickelte sich der Trend erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit der Thai-Massage sollte eine weitere Option der körperlichen und seelischen Heilung eingeführt werden. Gegenwärtig bieten immer mehr Praxen diese Kunst der Behandlung an – es bedarf eigens dafür einer speziellen Ausbildung, um alle Schritte optimal durchzuführen.

Thai-Massage

Thai-Massage ©iStockphoto/phildate

Unterschiede zu weiteren Massagen

Worin aber unterscheidet sich die Thai-Massage eigentlich von den üblichen Massageformen, die von den Physiotherapeuten in den westlichen Kulturen offeriert werden? Letztgenannte betrachten den Körper an sich – der Aufbau der Knochen, Muskeln und Sehnen bildet die Grundlage der Behandlungsformen. Oftmals wird bei ihnen der Blutfluss in den Gefäßen angeregt oder ein schmerzendes Zentrum gezielt gelindert. Das Erkennen und Lösen von akuten Blockaden steht dabei meist im Vordergrund. Die Nuad beschreitet dagegen einen anderen Weg. Bei ihr werden die Energiemeridiane des Körpers ins Zentrum der Maßnahme gestellt. Es kommt zu vielseitigen Behandlungen, bei denen die Muskeln gedehnt und gedrückt, Reizpunkte geknetet oder die Glieder gestreckt werden. Der Einfluss dieser Handgriffe soll sich nicht alleine auf den Bewegungsapparat beziehen, sondern ebenso eine heilsame Wirkung auf die Organe und darüber hinaus auf die Seele entfalten. Öle kommen dabei übrigens nicht zum Einsatz, da sie keinen festen Griff des Masseurs auf dem Körper gewährleisten.

Wann ist eine Thai-Massage hilfreich?

Ein weiterer Unterschied der Nuad zu den üblichen Massageformen liegt in der Dauer der Anwendung. Beschränken sich letztgenannte Behandlungen üblicherweise auf 30 bis 45 Minuten, so kann die Thai-Massage schnell einmal zwei Stunden beanspruchen. Da die Kosten dafür gegenwärtig nicht von den Krankenkassen übernommen werden, ist der zeitliche und finanzielle Aufwand meist zu groß, um damit normale Blockaden der Muskulatur zu beheben. Vielmehr wird gerne in solchen Fällen darauf zurückgegriffen, in denen die Leiden grundsätzlich gelindert werden müssen. So kann es sich natürlich auch um Schmerzen des Rückens oder des Kopfes handeln – das Dehnen und Strecken der Muskeln wird eine Besserung des Zustandes herbeiführen. Die Thai-Massage wird aber gleichfalls bei organischen Beschwerden, bei Übelkeit, Schlaflosigkeit, einem Mangel an Energie und Konzentration sowie Nervosität erfolgreich eingesetzt. Hier kann die Maßnahme ihre gesamte Wirkung entfalten und den Geist sowie den Körper kurieren.

Der Ablauf einer Thai-Massage

Üblicherweise muss der Therapeut in einer Vielzahl an Situationen eingreifen können. Mehr, als sie ein herkömmlicher Physiotherapeut in seinem Alltag erlebt. Immerhin gilt es, nicht alleine die Muskeln durchzukneten, sondern ebenso den Energiefluss anzuregen, die Nerven zu stimulieren und eine ganzheitliche Besserung der Befindlichkeiten einzuleiten. Dafür wird er nicht alleine den Rücken, den Nacken oder die Glieder massieren. Er dehnt und streckt einzelne Körperteile, verhilft dem Betroffenen zu einer bestimmten Haltung, behandelt unter Einsatz seiner Hände und Füße die Schmerzherde und erzeugt damit eine wohlig-warme Aura im Körper. Die Gesundheit und das Wohlbefinden profitieren von der Sitzung, die regelmäßig zwischen 60 und 120 Minuten umfasst. In dieser Zeit werden verschiedene Techniken des Handdrucks, des Einsatzes einzelner Finger, ganzer Gliedmaßen oder sogar unter Nutzung des Eigengewichts des Therapeuten an dem Klienten vorgenommen. Tatsächliche Berührungsängste sollte Letztgenannter also nicht kennen, ehe er sich für diese Therapieform entscheidet.

Ohne Schmerz geht es nicht

Wer sich bereits einer Thai-Massage unterzogen hat, wird aus eigener Erfahrung einen weiteren Unterschied zu den meisten physiotherapeutischen Behandlungen benennen können. Da die Nuad unter Einsatz des gesamten Körpers – sowohl des Masseurs als auch des Betroffenen – erfolgt, darf sie als durchaus intensive Maßnahme angesehen werden. Gerade bei solchen Personen, deren Muskeln zuletzt wenig Sport erfahren haben, kann das Biegen und Dehnen der Gliedmaßen schnell einmal ein zunächst unangenehmes Gefühl hervorrufen. Mehr noch, die Massage wird vielfach auch zu anfänglichen Schmerzen führen. Das ist vor allem immer dann der Fall, wenn die Nuad erstmals angewendet wird. Je häufiger es anschließend zu der Massage kommt, desto mehr stellt sich aber ein wohliges Gespür dafür ein. Überhaupt bemerken viele Klienten unmittelbar nach Beendigung der Sitzung, wie die Energie wieder neu den Körper durchfließt, wie sich Glück und Wärme in den Organen ausbreiten und wie sich damit die ersten Erfolge der Heilung einstellen.

Auch für die Seele geeignet

Neben dieser zumeist rein körperlichen Behandlung hat sich in der Vergangenheit aber auch eine Variation der Massage etabliert, die sich vorrangig auf das Bewusstsein und die Gedanken richten soll. Dafür kommen verstärkt sinnliche Erfahrungen zum Einsatz – der Raum der Behandlung weist ein besonderes Licht auf, wird mit entspannender Musik erfüllt oder dem Duft von Räucherkerzen angereichert. Zwar haben diese Formen der Therapie nur sehr wenig mit der traditionellen Nuad gemein, doch hat die Hinwendung der Thai-Massage zu den übrigen Kulturen weltweit diese Veränderung notwendig werden lassen. Oftmals sind es dabei gerade die Berührungen der Finger und Hände des Masseurs mit dem Körper des Klienten, die eine stimulierende Wirkung erzeugen. Damit sollen Probleme des Einschlafens oder der inneren Nervosität reguliert werden. Ebenso ist es möglich, die Gedankentätigkeit zu beruhigen, sie kreativer zu gestalten oder anderweitig individuell auf die Bedürfnisse des Betroffenen einzugehen. Denn insbesondere in der auf jede Person zugeschnittenen Therapie liegt die Kraft der Massage.

Besonderheiten in der Anwendung

Gerade im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung wird es angeraten, etwa ein bis zwei Mal wöchentlich eine Massage zu beanspruchen. Dieses Ausmaß ist jedoch bei der Nuad nicht empfehlenswert. Das liegt einerseits an der Intensität hinsichtlich Kosten und Zeit dieser Maßnahme. Andererseits kann das nunmehr gesteigerte Wohlbefinden aber für einige Tage anhalten und gleichfalls eine grundsätzliche Besserung des Zustandes bewirken. Es ist daher nicht notwendig, die Thai-Massage in derart engen Abständen durchzuführen. Ebenso sollte sie nicht in den stressigen Alltag eingebunden oder schnell nach der Arbeit angefordert werden. Idealerweise begeben sich die Klienten etwa ein oder zwei Mal im Monat in die Behandlungsräume und bringen dafür viel Zeit und Ruhe mit. Die besten Resultate lassen sich hier nämlich erzielen, wenn der Geist bereits ein wenig loslassen konnte. Ein freier Tag oder ein Nachmittag ohne Termine eignet sich daher immer besonders gut.

Weitere Formen der Massage

Vielfach wird die Nuad in unseren Breitengraden nach klassischem Vorbild durchgeführt. Das mag einerseits sinnvoll sein, erfüllt andererseits aber ebenso pragmatische Zwecke. Denn nicht immer ist es möglich, die Massage am Strand, in einem Tempel oder einem Raum vollkommener Ruhe abzuhalten. Gerade bei Urlaubsreisen in thailändische und indische Gefilde können derartige Behandlungen aber noch erlebt werden. Sie beschreiben gewisse Abwandlungen der Thai-Massage, mit denen wiederum ein weiterführender Sinn verfolgt wird. Meist ist damit ein besonderes Ziel der seelischen oder körperlichen Heilung verbunden, die Nerven sollen stimuliert, die Gefühle positiv beeinflusst werden. Gleiches ist in abgewandelter Form aber auch unter Einsatz von Ölen und pflanzlichen Essenzen möglich. Zwar verzichtet die traditionelle Nuad üblicherweise auf das Öl, doch kann dieses ebenso die Sinne anregen und somit wichtige Funktionen während der Sitzung übernehmen. Auf welche Form der Massage zurückgegriffen wird, sollte indes der Therapeut festlegen.

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