Skip to main content

Zahnimplantate

Jedes Kind kostet einen Zahn, heißt es in einem alten Spruch, der darauf anspielt, dass der erhöhte Kalziumbedarf während einer Schwangerschaft einen schlechten Einfluss auf die Zähne haben kann. Aber auch Unfälle, Krankheiten oder ganz einfach altersbedingte Veränderungen und Abnutzungen können bei Menschen dazu führen, dass Zähne verloren gehen. Hier den bestmöglichen Zahnersatz zu finden, ist nicht nur wichtig, um bei einem strahlenden Lächeln ein schönes und vollständiges Gebiss zeigen zu können. Sondern auch, um gesund zu bleiben. Essen ist für Menschen lebensnotwendig, und gut kauen zu können ist Voraussetzung nicht nur für einen gesunden Kiefer, sondern auch für eine gesunde Verdauung. Oft ist ein Implantat am besten geeignet, einen fehlenden Zahn zu ersetzen.

Was sind Zahnimplantate?

Zahnimplantate sind eine Form des Zahnersatzes. Genau genommen bezeichnet der Begriff „Implantat“ jenen Teil, der in den Kieferknochen eingesetzt wird. Das Implantat ist also der Ersatz für die Zahnwurzel und übernimmt die Aufgabe der Wurzel des verlorenen Zahnes, nämlich den Zahn – in diesem Fall den neuen, künstlichen – im Kiefer fest zu verankern. An dieser künstlichen Wurzel wird dann der Ersatz für den eigentlichen Zahn befestigt: Eine Krone, eine Brücke oder eine Prothese.

Woraus besteht ein Zahnimplantat?

Heute werden meistens Implantate verwendet, die in der Grundform an eine Schraube erinnern. Sie wachsen besonders gut und schnell im Kiefer ein und haben von Anfang an einen guten Halt. Gemacht sind diese Implantate in der Regel aus Titan, einem Material, das besonders gut verträglich ist. In den meisten Fällen besteht der Zahnersatz, der aus einem Implantat gebildet wird, aus zwei bis drei Teilen: dem eigentlichen Implantat, das die Wurzel ersetzt, und dem Aufbau, der oft noch einmal unterteilt ist in einen künstlichen Zahnhals und eine Krone – dies ist der sichtbare Teil des künstlichen Zahnes.

Für wen sind Implantate geeignet?

So ein Implantat ist grundsätzlich für fast jeden Menschen geeignet. Er sollte allerdings idealerweise erwachsen sein, vor dem 18. Lebensjahr ist oft der Kiefer noch nicht voll entwickelt. Eine Altersbegrenzung nach oben gibt es nicht, auch im fortgeschrittenen Alter kann ein Implantat die Lebensqualität entscheidend verbessern. Nicht nur in Bezug auf das Aussehen oder das Essen, auch auf die Fähigkeit, deutlich zu sprechen. Mit zunehmendem Alter allerdings steigt das Risiko, dass Krankheiten vorliegen, die möglicherweise dem Einsetzen eines Implantats entgegenstehen. Hier sollten unbedingt in einem Vorgespräch die Risiken und die Vorteile von Zahnimplantaten gründlich gegeneinander abgewogen werden.

Solche Vorerkrankungen können ein Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Auch Diabetes kann gegen diesen Zahnersatz sprechen, weil die Gefahr besteht, dass ein Implantat nicht gut einwächst und die Wundheilung schwierig ist. Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, vertragen sich auch nicht immer gut mit einem Zahnimplantat. Dazu zählen zum Beispiel Wirkstoffe wie Kortison, aber auch Immunsupressiva oder Zytostatika. Hier ist ebenfalls ein ausführliches und gründliches Vorgespräch wichtig. Und: Wenn jemand stark raucht, sind Implantate ebenfalls nicht die erste Wahl für einen Zahnersatz. Studien haben gezeigt, dass das Einwachsen der Implantate unter Umständen bei Rauchern nicht gelingt.

Implantat oder Brücke?

Neben dem Implantat gibt es natürlich noch andere Möglichkeiten des Zahnersatzes. Trotzdem kann das Implantat die bestmögliche Wahl sein. Besteht zum Beispiel eine Zahnlücke zwischen zwei gesunden Zähnen, würden die für eine Brücke abgeschliffen werden. Gesunde Zähne aber sollten unbedingt möglichst lange erhalten bleiben, daher wäre ein Abschleifen hier nicht die optimale Lösung. Besser ist es, die natürlichen Zähne neben der Lücke nicht anzutasten und statt einer Brücke lieber ein Zahnimplantat einzusetzen und darauf eine Krone zu befestigen.

Sind die beiden Nachbarzähne nicht mehr ganz gesund, wäre auch eine Brücke eine mögliche Option. Allerdings besteht das Risiko, dass der Knochen sich an der Stelle mit der Zahnlücke weiter abbaut. Davon könnten auch die Nachbarzähne betroffen sein. Ein Implantat wäre hier also eher vorzuziehen. Soll für den Unterkiefer eine herausnehmbare Prothese angefertigt werden, können trotzdem Implantate nützlich sein. Zwei bis vier Implantate zur Stablilisierung sind dabei sinnvoll. Für eine Brücke als festsitzenden Zahnersatz müssten im Unterkiefer etwa sechs, im Oberkiefer acht Implantate eingesetzt werden.

Zahnimplantate

Zahnimplantate @iStockphoto/Frank Pali

Welche Rolle spielt der Kiefer für das Implantat?

Voraussetzung für das erfolgreiche Einsetzen von Implantaten ist, dass die Kieferknochen in Ordnung sind. Das heißt, sie müssen über eine gewisse Festigkeit und eine messbare Mindestgröße verfügen. Unter bestimmten Umständen kann der Kieferknochen sich nämlich zurückbilden, so dass nicht genügend Raum für die Befestigung von Implantaten zur Verfügung steht.

Warum bildet sich der Kiefer in manchen Fällen zurück?

Sport fördert nicht nur den Aufbau von Muskeln. Durch die Bewegung und den damit verbundene Stärkung der Muskulatur wird auch der Aufbau von Knochenmasse angeregt – die Knochen werden stärker und kräftiger. Umgekehrt wird Knochenmasse abgebaut, wenn die Muskeln nicht genügend angestrengt werden, also zu wenig durch Bewegung genutzt werden.

So ähnlich verhält es sich auch mit den Kieferknochen. Wenn Zähne fehlen, fehlt dem Kiefer an den betreffenden Stellen der „Sport“, der Druck durch die Bewegung, die beim Kauen ausgelöst wird. Der Körper bekommt das Signal, dass der Knochen an dieser Stelle nicht mehr benötigt wird, die Masse bildet sich zurück. Damit weicht aber auch der Kiefer weiter zurück, nicht nur die Zähne in der Nachbarschaft der Lücke verlieren dadurch Halt. Vor allem im Unterkiefer kann dann unter Umständen auch eine Prothese nicht mehr ordentlich befestigt werden.

Ein Zahnimplantat muss gut im Kiefer verankert werden können. Wichtig ist daher an der betreffenden Stelle ein starker und gesunder Knochen. Gibt es den nicht, hat sich der Kiefer bereits zu weit zurück entwickelt, kann das Einsetzen eines Implantats entweder zu riskant sein, weil es nicht stabil genug wäre und damit das Risiko einer Entzündung sehr hoch, oder das Einsetzen ist sogar völlig unmöglich. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit, den Knochen mit Knochenersatzmaterial oder Eigenknochen wieder aufzubauen. Danach ist das Einsetzen eines Zahnimplantates wieder möglich.

Hygiene

Damit das Zahnimplantat möglichst lange gut erhalten bleibt, ist die Mundhygiene von allergrößter Wichtigkeit. Schon bei der Voruntersuchung wird darauf geachtet, ob die noch vorhandenen Zähne gut gepflegt sind. Natürlich gibt es gründliche Einweisung in die bestmögliche Reinigung des Mundraums. Wenn die Erklärungen aber nicht regelmäßig befolgt werden können, stellt sich die Frage, ob der Aufwand für das Einsetzen eines Implantats wirklich gerechtfertigt ist. Absolute Hygiene ist das A und O, um von einem Zahnimplantat wirklich zu profitieren.

Abgesehen davon muss der Zahnarzt regelmäßig jedes halbe Jahr eine Kontrolluntersuchung durchführen, um zu überprüfen, ob der Mundraum gesund und der Bereich um das Implantat in dem besten möglichen Zustand ist.

Bevor das Zahnimplantat eingesetzt wird

Ein Zahnimplantat kann nur in einen gesunden Mundraum eingesetzt werden. Ehe es dazu kommt, müssen also die verbliebenen Zähne saniert werden. Karies und Zahnfleischerkrankungen wie Parodontose werden behandelt, ebenso wie möglicherweise bestehende Probleme mit dem Kiefergelenk. Dies ist auch der Zeitraum, in dem Arzt und Patient über möglicherweise bestehende allgemeine Erkrankungen, vor allem chronische Krankheiten wie Diabetes, oder dauerhaft einzunehmende Medikamente sprechen. Röntgenuntersuchungen zeigen dem Arzt außerdem den Zustand der Knochenstrukturen im Kieferbereich. Und natürlich wird dem Patienten gezeigt, wie er Mund und Zähne am besten pflegt.

Das Einsetzen des Implantats

Das Einsetzen eines Zahnimplantats ist ein kleinerer chirurgischer Eingriff, der normaerweise unter lokaler Betäubung durchgeführt wird. In Zahnkliniken mit entsprechender Ausstattung ist auch eine Vollnarkose möglich. Für jedes Implantat muss eine Operationszeit von etwa zwanzig bis dreißig Minuten gerechnet werden, sollen mehrere Zahnimplantate eingesetzt werden, addieren sich diese Minuten zu einem entsprechend längeren Zeitraum.

Es gibt zwei verschiedene Verfahren, das so genannte „Einzeitige“, bei dem das eigentliche Implantat, also die künstliche Zahnwurzel, und die darauf befestigte Krone bei ein und demselben Eingriff eingesetzt werden. Das andere Verfahren heißt entsprechend „Zweizeitig“. Hier wird dem Implantat Zeit zum Einwachsen gegeben, dabei soll es vollständig von Mundschleimhaut umschlossen werden. Erst wenn das geschehen ist, werden der neue Zahnhals und die Krone befestigt. Das kann sich über mehrere Monate hinziehen, dafür verläuft der Heilungsprozess bei diesem zweiten Verfahren zuverlässiger und erfolgreicher.
Ein vorübergehender Ersatz, ein so genanntes Provisorium, mit dem die Lücke vorübergehend getarnt wird und nicht jedem Betrachter sofort ins Auge springt, ist in manchen Fällen möglich.

Nach der Operation

Nachdem die Implantate eingesetzt wurden, sollte der Patient sich für etwa sechs Wochen schonen. Vor allem körperliche Belastungen sollten während dieser Zeit vermieden werden. Dazu gehört natürlich jede Art von Sport, aber auch Bücken und Heben sind nicht zuträglich, ebenso wenig wie Besuche in der Sauna. Zigaretten und Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee und Milchprodukte können den Heilungsprozess ebenfalls behindern. Während der ersten Tage nach dem Eingriff sollte, wenn möglich, auf das Tragen einer Zahnprothese, die den Bereich mit den frischen Implantaten berührt, verzichtet werden.

Bereits in dieser ersten Zeit nach der Operation spielt die Mundhygiene eine große Rolle für den Heilungsprozess. Die neuen Implantate dürfen auf keinen Fall belastet werden, dazu gehört auch, sie nicht mit Finger oder Zunge zu berühren – was vor allem in der Anfangsphase des Eingewöhnens nicht immer leicht ist. Doch nur so sind Komplikationen zu vermeiden, und ein exzellenter Verlauf des Einwachsens des neuen, künstlichen Zahns kann gewährleistet werden. Ist das Implantat nach einigen Wochen erfolgreich mit dem Kiefer verwachsen, werden die Halsteile bzw. die Krone eingeschraubt. Mit einer Röntgenuntersuchung und weiteren Methoden wird überprüft, ob der Eingriff gut überstanden wurde und das Implantat den optimalen Sitz hat.

Wie lange hält ein Zahnimplantat?

Ein Zahnimplantat ist im Prinzip unbegrenzt haltbar. Beobachtungen über sehr lange Zeiträume stehen bei diesem noch relativ jungen Verfahren allerdings bisher aus. Studien über die letzten 10-15 Jahre haben aber gezeigt, dass der weitaus größte Teil der eingesetzten Implantate nach dieser Zeit noch vorhanden und in Ordnung war. Ein wichtiger Punkt für einen erfolgreichen Verlauf ist die sorgfältige Pflege und Mundhygiene durch den Patienten. Deswegen wird bereits im Vorfeld der Operation hier auf Information und Aufklärung besonders großen Wert gelegt.

Risiken

Das Einsetzen von Zahnimplantaten gehört zu den leichteren chirurgischen Eingriffen. Aber natürlich gibt es bei jeder, auch einer kleinen, Operation gewisse Restrisiken. Der Oberkiefer etwa verfügt über eine lockere Knochenstruktur und ist außerdem eng mit der Kieferhöhle verbunden und auch mit dem Nasenraum. Kommt es während des Eingriffs in diesem Bereich versehentlich zu einer kleinen Verletzung, kann das zum Beispiel eine Kieferhöhlenentzündung zur Folge haben.
Im Unterkiefer befindet sich der empfindlichste Bereich bei den seitlichen Zähnen, wo Gefäße und Nervenstränge durch den Knochen führen. Wird hier ein Punkt versehentlich verletzt, kann dies zu einem dauerhaften Taubheitsgefühl in Unterlippe und am Kiefer führen.

Ist die Operation wie erwartet erfolgreich verlaufen, besteht das verbliebene Risiko darin, dass das Implantat beschädigt wird oder es, meistens bedingt durch Entzündungen, starke Beschwerden bereitet. Muss das Implantat dann entfernt werden, bleibt ein je nach Einzelfall größerer oder kleiner Defekt im Kiefer zurück, der einen weiteren Zahnersatz an dieser Stelle unter Umständen schwierig machen kann. Ist sicher, dass das Implantat nicht im Kiefer verbleiben kann, sollte es deswegen möglichst schnell entfernt werden, um den Verlust an Knochensubstanz so gering wie möglich zu halten. Bei einem günstigen Verlauf kann dann sogar das erneute Einsetzen eines Zahnimplantats an dieser Stelle geplant und möglich gemacht werden.

Top Artikel in Zahnimplantate