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Haartransplantat oder Toupet?

Immer mehr Patienten, die unter einem irreversiblen Haarausfall leiden, wollen und können sich damit nicht auf Dauer anfreunden. Ist der Haarverlust zu groß, hilft auch eine Haarverdichtung nicht weiter. Abhilfe schaffen kann jedoch zum Beispiel eine Haartransplantation. Bevor eine Haartransplantation in Angriff genommen werden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Die Verpflanzung von Haaren von der einen zur anderen Stelle ist und bleibt ein operativer Eingriff. Das bedeutet zunächst, dass die Transplantation mit den üblichen OP-Risiken verbunden ist. Dazu gehören Infektionen und die Möglichkeit, dass die transplantierten Haare von der Kopfhaut wieder abgestoßen werden.

Grundsätzlich kann bzw. sollte eine Transplantation nur bei bestimmten Typen von Haarausfall durchgeführt werden. Zu nennen ist hier der hormonell-genetisch bedingte Haarausfall oder Alopezia androgenetica. Hier steht in vielen Fällen an den Seiten und am Hinterkopf noch Kopfhaar für die Transplantation zur Verfügung, das zudem unempfindlich gegenüber DHT reagiert. Kontraindiziert ist die Verpflanzung von Haaren allerdings beim kreisrunden Haarausfall. Hier lässt sich der Krankheitsverlauf nur schwer einschätzen, das Transplantat kann am Ende mehr Schaden als Freude bringen. Sehr jungen Patienten wird von der Haartransplantation ebenfalls abgeraten. Im Alter kann es zu weiterem Haarausfall kommen. Das Transplantat würde dann eine ästhetisch unschöne Insel auf der Kopfhaut bilden.

Toupet

Toupet ©iStockphoto/selimaksan

Ist ein Haartransplantat nicht möglich oder wollen Betroffene die damit verbundenen Risiken nicht eingehen, besteht nur noch die Möglichkeit, ein Toupet zu tragen. Toupets kaschieren den Haarausfall insofern, dass sie die kahlen bzw. lichten Stellen überdecken. Da moderne Toupets mithilfe von Bondings fest mit der Kopfhaut verbunden werden können, lassen sie sich über mehrere Wochen tragen ohne den Alltag einzuschränken. Um die gewünschte Wirkung zu entfalten, muss ein Toupet bei vorhandener Restbehaarung in Farbe und Struktur den Kopfhaaren angepasst werden, weshalb Toupets nach wie vor Einzelanfertigungen sind. Ob nun die Wahl auf ein Toupet oder eine Haartransplantation fällt, liegt letztlich im Ermessen jedes einzelnen Betroffenen. Beide Optionen geben jedenfalls die Möglichkeit, mit irreversiblem Haarausfall in Würde zu leben.

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