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Wie trägt man Rouge richtig auf?

Die meisten Frauen haben es sich mittlerweile zur Gewohnheit gemacht, in der Früh nicht mehr ohne Make up außer Haus zu gehen. Dazu gehören zumindest eine mattierende Grundierung sowie Kajal und Mascara – Rouge jedoch nur in den seltensten Fällen. Die künstliche sanfte Röte der Wangen wird meist nur für das abendliche Ausgehen aufgetragen und auch dann nur äußerst selten. Der Grund dafür ist einfach. Wer Rouge nicht richtig verwendet, dessen Gesicht erweckt schnell den Eindruck, angemalt zu sein und das will nun wirklich keine Frau. Daher aus Sicherheitsgründen doch lieber darauf verzichten. Doch das muss nicht sein! Denn die richtige Anwendung von Rouge ist kinderleicht – wenn frau weiß, worauf geachtet werden muss! Und auch für erfahrene Beauty-Queens schadet es nicht, die Grundlagen der Rouge-Verwendung zu kennen.

Rouge ist ein ideales Hilfsmittel, um den Teint noch frischer und strahlender aussehen zu lassen. Mit den geschickt gesetzten Akzenten in der richtigen Farbe lassen sich sogar die Konturen des Gesichtes völlig verändern. Mit Rouge kann betont oder kaschiert, verstärkt oder verschleiert werden und bestimmte Nuancen zaubern ganz neue Ausdrücke auf das Antlitz.

Die richtige Auswahl von Rouge-Farbe und Material

Nun können allerdings, erstmals unabhängig von der Gesichtsform, auch verschiedenste Varianten der Verwendung von Rouge gewählt werden, die ganz bestimmte Effekte erzielen. Je nach Farbe wirken die Gesichtskonturen voller oder schmäler, harmonischer oder kantiger.

Welche Rouge-Farbe passt zu meiner Haut?

Die Auswahl der richtigen Farbe ist das wichtigste Kriterium bei der Anwendung von Rouge, und das ist – im Gegensatz zu vielen Meinungen – keineswegs Rot! Der Ton des verwendeten Rouges sollte mit der natürlichen Hautfarbe in Einklang stehen, sonst wirken die schimmernden Wangen zu stark gekünstelt. Hellen und rosigen Hauttypen passen am besten kühlere Rouge-Farben mit Blaustich, also Rosé oder Pink. Warme und erdige Farben, wie Kupfer, Bronze oder Apricot kommen am besten auf dunklerem oder olivfarbenem Teint zur Geltung.

Welche Art von Rouge soll ich verwenden?

Puderrouge

Weitere Fragen stellen sich, wenn es um die Materialauswahl geht. Wird für das Rouge am besten Puder oder Creme verwendet? Bei normaler oder fettiger Haut sollte die Wahl am ehesten auf Puderrouge fallen. Mit einem Pinsel lässt sich das Puder ganz einfach auftragen. Die professionellen Rouge-Pinsel haben eine schräge Oberfläche, mit der sich das Puder besonders gezielt auftragen lässt. Dieser muss zwar nicht unbedingt verwendet werden, es sollte aber auf jeden Fall ein eigener Schmink-Pinsel (und nicht etwa ein Malpinsel) zum Einsatz kommen! Um Streifen zu vermeiden (was auch von der Qualität des Puders abhängt), kann das Gesicht zuvor noch mit einer mattierenden Hautfarbe gepudert werden. Durch die Mattierung kommen die Farbpigmente des Puders besser zur Geltung. Für die Grundierung kann normales Kompaktpuder oder leichtes Transparentpuder verwendet werden.

Beim Auftragen mit dem Pinsel sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Rouge verwendet wird, denn hat man das Puder erst einmal aufgetragen kann ein Zuviel davon nur schwierig wieder entfernt werden, ohne das gewollte Ergebnis zu zerstören. Aus diesem Grund den Pinsel in den Tiegel tauchen, sodass das Puder sichtbar am Puder hängen bleibt und vor dem Auftragen ein bis zwei Mal abklopfen.

Tipp: Als Rouge-Anfänger sollte der Ansatzpunkt des Pinsels nicht im Gesicht, sondern am Haaransatz sitzen. Der Berührungspunkt hinterlässt bei Ungeübten oft eine dunkle Stelle, die dann nicht mitten im Gesicht an den Wangenknochen sitzen soll.

Rouge auftragen

Rouge auftragen ©iStockphoto/Deklofenak

Cremerouge
Bei eher trockener Haut verwendet man am besten Cremerouge, das ebenfalls mit dem Pinsel aufgetragen, aber auch mit einem Schwämmchen oder den Fingern aufgetupft werden kann. Bei Cremerouge ist ein vorheriges Pudern des Gesichts nicht zwingend nötig, allerdings sollte natürlich die mattierende Foundation zuvor aufgetragen werden. Für die absoluten Profis stehen in der Produktpalette der Rouge-Varianten auch noch Rouge-Stifte und Flüssig-Rouge für besonders markante Akzente zur Auswahl. Diese sollte man als Schmink-Anfänger jedoch besser nicht verwenden, denn ohne das Gewusst-Wie macht man sich damit rasch zum Clown.

Welche Schminktechnik passt zu meinem Gesicht?
Die optimale Schminktechnik hängt in erster Linie von der Form des Gesichtes ab! Generell kann man sagen, dass nach außen hin aufgetragenes Rouge das Gesicht optisch verbreitert und nach innen aufgetragenes Rouge die Gesichtskonturen schmaler wirken lässt. Die Ausgangspunkte für das Auftragen von Rouge sind nahezu in jedem Fall die Wangenknochen. Diese sieht man am besten, wenn man die Wangen mit den Fingern etwas Richtung Mund zieht – so drehten die zarten Höcker schräg unter den Augen deutlich hervor. Oder anders ausgedrückt: Der Ansatzpunkt für Rouge liegt am Kreuzungspunkt zwischen einer senkrechten Linie durch die Pupille und einer waagrechten Linie durch die Nasenspitze.

Tipp: Auch an der Augenpartie kann Rouge verwendet werden. Trägt man eine zarte Farbe (keinesfalls zu dunkel!) an den äußeren Rändern des Augenlids auf, wirkt der Blick optisch vergrößert.

Hier ein Überblick der optimalen Schmink-Varianten von Rouge jeweils passend zum Gesichtstyp:

Rundes Gesicht
Ein rundes Gesicht sollte durch die Verwendung von Rouge optisch etwas verlängert werden und nicht noch runder wirken. Dieser Effekt wird durch zarte Farbnuancen an den äußeren Wangen erzielt, die unterhalb des höchsten Punktes des Wangenknochens angesetzt werden und unterhalb davon von den Ohren in Richtung Mundwinkel verlaufen. Je stärker das Ende des Wangenknochens betont wird, desto schmäler wirkt das Gesicht. Um das Gesicht noch mehr zu strecken, eignen sich auch sanfte Schattierungen an den schmalsten Stellen der Schläfen. Der Hell-Dunkel-Kontrast auf Höhe der Augen gibt einem runden, ebenen Gesicht noch zusätzliche Struktur.

Ovales Gesicht
Bei einem ovalen Gesicht kann man mit der Verwendung von Rouge kaum etwas falsch machen. Der zarte Schimmer kann auf oder unter den Wangenknochen aufgetragen werden und auch gegen die zentralen Apfelbäckchen mitten auf der Wange (siehe Anleitung weiter unten) ist nichts einzuwenden. Rouge muss hier nichts kaschieren, sondern kann als charmanter Frischekick oder für den eleganten Look eingesetzt werden.

Das ovale Gesicht eignet sich außerdem ideal für Cremerouge, das den Teint noch einmal frischer und jugendlicher wirken lässt (ideal für die Apfelbäckchen!).

Längliches Gesicht
Um ein langes Gesicht optisch kürzer und runder zu zaubern, wird das Rouge in zwei nahezu waagrechten Strichen eine Spur unterhalb der Wangenknochen gesetzt. Die horizontale Linie bringt den nötigen Ausgleich zu den länglichen Konturen des Gesichts. Dabei sollte der Rouge-Strich direkt neben der Nase etwas breiter sein und in Richtung Haaransatz immer schmäler werden. Der Effekt wird noch verstärkt, wenn das Rouge schräg nach oben bis zum höchsten Punkt des Wangenknochens aufgetragen wird. Hier sollte unbedingt helle Farbtöne in Richtung Zartrosa oder Apricot verwendet werden, denn dunkles Rouge lässt das Gesicht noch schmaler wirken. Ein wenig bronzefarbenes Puder auf der Stirn sorgt außerdem für mehr Harmonie in den Gesichtszügen.

Herzförmiges Gesicht
Ein herzförmiges Gesicht wird vor allem in Szene gesetzt, wenn das Rouge direkt vom Wangenknochen aus nach hinten aufgetragen wird. Falls die Stirn zu breit erscheint, können auch hier die Konturen am Haaransatz auf beiden Seiten mit Rouge etwas abgeschwächt werden. Wie auch beim länglichen Gesicht gilt: helle Farbtöne verwenden!

Eckiges Gesicht
Ein Gesicht erscheint meist durch zu hervorstechende Wangenknochen oder ein zu ausgeprägtes Kinn eckig und damit zu männlich. Um diese Merkmale in den Hintergrund zu rücken und die Gesichtszüge weiblicher wirken zu lassen, wird das Rouge etwas unterhalb der Wangenknochen angesetzt, um es dann nach hinten auslaufen zu lassen. Auch die Stirn kann mit einem zarten Rouge-Schimmer an den oberen Seiten des Haaransatzes etwas schmaler geschummelt werden. Bei eckigem Gesicht unbedingt Finger weg von dunklem Rouge, denn es macht die Gesichtszüge noch kantiger!

Die Sondervariante: Apfelbäckchen
Um die Wangen in zart schimmernde Apfelbäckchen zu verwandeln, wird das Rouge in sanften Kreisen etwas unterhalb des Wangenknochens aufgetragen, und zwar genau auf die zentralen „Wangenhügel“ neben der Nase, die beim Lächeln entstehen. Dieser Look ist für runde und ovale Gesichter eher nicht geeignet, da er die Konturen noch fülliger wirken lässt. Außerdem sorgen die Apfelbäckchen für ein regelrechtes Puppengesicht mit jugendlicher, abhängig von den Gesichtszügen manchmal sogar kindlicher Ausstrahlung. Es kommt also immer darauf an, ob man diesen Effekt erzielen möchte, oder nicht.

Weniger ist mehr!
Grundsätzlich gilt auch bei Rouge, wie bei Kajal oder Lippenstift der Leitsatz: Weniger ist mehr! Die besten Effekte erzielt das Rouge, wenn man dem geschminkten Gesicht gar nicht ansieht, dass Rouge verwendet wurde und die sanften Töne nur erahnt werden können. Rosarote Balken auf den Wangen sind längst nicht mehr in! Je zurückhaltender und dezenter, desto frischer wirkt der Teint.

Tipp: Wurde doch einmal zu viel Rouge verwendet, ist das Malheur mit einem Concealer, der eine Nuance heller als die natürliche Hautfarbe sein sollte, schnell wieder beseitigt.

Für einen abendlichen Auftritt, bei dem die Wangen strahlen sollen, spricht natürlich nichts dagegen, auch einmal etwas mehr oder dunkleres Rouge zu verwenden. Hier können auch Glitzerpartikel eingesetzt werden (die sich übrigens auch auf Dekolleté und Schultern gut machen), die ansonsten nur äußerst sparsam angewendet werden sollten. Allerdings sollte frau sich des Effektes bewusst sein und aufpassen, dass keine roten Flecken auf den Wangen zurückbleiben.

Tipp: Das Gesicht vor dem Verlassen des Hauses nicht nur im Badezimmerspiegel unter grellem Licht, sondern auch in einem zweiten Spiegel bei normaler Beleuchtung betrachten. Oft werden dunkle Flecken erst hier sichtbar.

Mit einer gut verblendeten, zarten Röte auf den Wangen steht einem glamourösen Auftritt dann nichts mehr im Wege!